Kleine Collage der Pressestimmen
zur Erstsendung von »Atemnot« im August 1990

»Georg Maas hat dieses Krankeitsprotokoll als einen ausgefeilten filmischen Alptraum in Szene gesetzt, bei dem die vielseitigte Ästhetik – Schnitt, Montage, Ton, Kameraperspekitve – dazu dient, dem Betrachter »eine Ahnung davon zu vermitteln, was eine Stauballergie im Einzelfall bedeutet.«
(Süddeutsche Zeitung, 20.08.1991, tsp)

»Ein etwas übermütiger, spitzbübischer Film, der von einer unbekümmerten Art und Weise handelt, sich durch die Welt zu schlawinern. … Ein unerwartet komischer Film ― mit viel Understatement, mit einigen Ungelenkheiten und einem sympathischen Übermut.«
(Knut Hickethier, epd Kirche und Rundfunk Nr. 67, 28. August 1991)

»Maas‘ TV-Film bestach durch die ungewöhnlich humorvolle und eindringliche Umsetzung dieses ernsten Themas, unter dem so viele Menschen leiden: Insgesamt eine schallende Ohrfeige, mit der er die selbstzerstörerische Hochnäsigkeit unserer Zivilisation verspottet.«
(Rheinischer Merkur 23.08.91, sue)

»Experimentell überfrachtet, mit oft unmotiviert wirkenden Tempowechseln … der dramaturgische Nutzen solcher Spiegeleffekte bleibt am Ende gering.«
(Klaus Hamburger, FUNK-Korrespondenz Nr. 34, 22. August 1991)

»Maas verfügt über ein fotografisches Auge und Sinn für ungewöhnliche spannungserzeugende Filmeinstellungen. … Immer wieder überraschen
ungewohnte Perspektiven, die konsequent Gefühle wie Heiterkeit, Einsamkeit und Angst verstärken.«
(Thomas Schneider, Rheinpfalz Ludwigshafen, 22.08.91)

»Die suggestive Rückkopplung zwischen dem elektronisch erzeugten und manipulierten Bild der Krankheit und der daraus folgenden, hysterisch übersteigerten Reaktion auf sie verliert der Regisseur trotz zahlreicher gelungener Einfälle zusehens aus dem Blickwinkel. Der Film enttäuscht dort, wo er nur um Mitleid für die extreme Situation eines asthmakranken Menschen wirbt.«
(Frankfurter Rundschau 23.08.91, M.R.)

»Das Kleine Femsenspiel im Zweiten hat wieder mal sein Schatzkästchen geöffnet. … Maas arbeitet mit einem wahren Bildschnittstakkato, das dem Film etwas Atemloses verleiht – die Luft wird allerorts zur existentiellen Bedrohung.«
(Boris Erdtmann, Berliner Morgenpost 22.08.91)

»Drehbuchautor und Regisseur Georg Maas arbeitet in seinem erfreulich wortkargen Fernsehspiel ausschließlich mit Metaphern, die angesichts der neuen Volkskrankheit Allergie nicht mehr stimmen: schädlich, beispielsweise, die Arbeit im Freien. … Überzogene Kombination aus Selbst-Ironie und Apokalypse.«
(Sybille Neth, Süddeutsche Zeitung, 22.08.91)

»Das Thema des Films berührt als alltägliche Lebenserfahrung Millionen von Menschen, … nicht im Stil eines missionarischen Betroffensheitsjournalismus, sondern mit viel Gespür für die grotesken Momente, … die den Film auch mit einem beträchtlichen Unterhaltungswert ausstatten.«
(Stuttgarter Zeitung 22.08.91, B. Z)

»Der Regisseur … schwelgte in den Möglichkeiten der Bildgestaltung: hektische Schnitte, kühne Kameraschwenks, sogar auf Fahrten durch die menschliche Luftröhre wurde nicht verzichtet. … Daß das Auge des Zuschauers trotz der eher langweiligen Handlung auf Trab gehalten wurde, ist ein Pluspunkt des Films.«
(Reinhard Meyer, Rheinische Post 22.08.91)

»Was Maas nach eigenem Bekunden als mahnende Parabel auf die Isolation schwerkranker Allergiker und auf gesellschaftliche Hintergründe ihres Leidens gedacht hatte, mißriet ihm zu einem müden Langeweilerstück.« (Hannoversche Allgemeine Zeitung, 22.08.91, J.J.)

»Der optische Rap-Rhythmus, in dem Maas das Sägen, Hämmern und Nageln des Tüftlers Gerd bei der Isolierung seiner vier Wände schnitt, empfahl sein TV-Spiel durch ideenreiche Frische.«
(Frank Olbert, Kölner Stadtanzeiger, 22.08.91)

»Eine bei Georg Maas besonders beliebte Art des rhythmischen Schnitts beschleunigte vor allem die Szenen handwerklicher Arbeit. Diese filmtechnischen Höhepunkte standen ganz im Dienste der Erzählung.  Einblendungen verdeutlichten Aspekte des Asthmas, ohne daß viele Worte gewechselt werden mußten.«
(Günter H. Jekubzik, Aachener Volkszeitung, 22.08.91)

»Tief durchatmen sollte man nach diesem Fernsehspiel, in dem Georg Maas mit Schnitt, Montage, Ton und Kameraperspektive virtuos und anschaulich-bedrückend ein weit verbreitetes, aber oft auch verdrängtes Problem ins richtige Licht setzte.«
(Norbert Schuldei, Aachener Nachrichten, 22.08.91)

»Die Leiden des Zimmermanns Gerd zeichnete Georg Maas in seinem kleinen Fernsehspiel »Atemnot« packend nach,wenn auch mit teilweise sehr fiktiven Elementen.«
(Neue Presse, 22.08.91, luc)

»Neben dem frischen Stil, der auch seine Kurzfilme belebte, sorgt eine Menge Humor für Atempausen, die es nicht zu einer leidensschweren Krankengeschichte kommen lassen.«
(Aachener Volkszeitung, 20.08.91, ghj)

»A Green art film par excellence, Breathlessness (Atemnot) approaches its subject – a subject that affects millions – in a fascinating, funny, and very original way. … Combining wonderful animation – the mites‘ entry into the human body is captured in a very scary way – with whimsical comic touches, director Georg Maas has created a unique work. His use of inventive editing rhythms brings to mind constructions more familiar in music and his masterful depiction of the day-to-day pleasures of life – love, sex, eating, and drinking – can only be described as lovely. A siren call (with a sense of humour) for the eco-conscious, Breathlessness is a delight.«
(PoChu AuYeung, Vancouver International Film Festival 1992)


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